Unsere Tätigkeit

Wir möchten Ihnen nachfolgend einige ausgewählte Projekte von verschiedenen Mitgliedern von Wohnbaugenossenschaften Schweiz vorstellen, deren Realisierung wir mit einem Darlehen aus dem Solidaritätsfonds unterstützen konnten.
 

Ein Ersatzneubau in Chur

Anlässlich der Erarbeitung eines Sanierungskonzeptes für ihre je acht Ein- und Zweifamilienhäuser aus den zwanziger Jahren kamen die Verantwortlichen der Wohngenossenschaft Ringstrasse in Chur zum Schluss, dass ein Neubau längerfristig die günstigere Variante ist als eine Sanierung. Obwohl sich diese Häuser an einer der am stärksten befahrenen Strasse in Chur befinden, ist es dem Architekten gelungen, die neue Wohnsiedlung in Form eines langen Baukörpers so zu konzipieren, dass sich für die MieterInnen ein optimaler Wohnkomfort ergibt. Dazu beitragen werden auch die grosse Grünfläche im Innenraum der Überbauung und die sich im Rahmen der notwendigen Lärmschutzmassnahmen anbietende Realisierung des Minergie-Standards, der zudem einen sehr tiefen Energieverbrauch garantiert. Der Solidaritätsfonds beteiligt sich an den Erstellungskosten der 31 Wohnungen mit einem Darlehen von 930'000 Franken.
 

Eine Genossenschaft profitiert von der Wohnbauförderung der Stadt St. Gallen

Aufgrund einer vom Volk Anfang der neunziger Jahre angenommenen Volksinitiative zur Erhaltung preisgünstiger Wohnungen stellte die Stadt St. Gallen für diesen Zweck 12 Mio. Franken zur Verfügung. Aus diesem Kredit kaufte die Stadt u.a. ein Mehrfamilienhaus mit vier Wohnungen und bot es der kleinen Wohngenossenschaft Bavariabach in St. Gallen im Baurecht an, die natürlich sofort mitmachte. Ebenfalls aus diesem Kredit erstattet die Stadt der Genossenschaft in Zukunft für jede Wohnung, die an Mieter vermietet wird, die die geltenden Einkommens- und Vermögensgrenzen für die Zusatzverbilligung I des WEG erfüllen, einen Drittel der betreffenden Fremdfinanzierungs-Zinskosten zur gezielten Reduktion der jeweiligen Mietzinse zurück. Zur Mitfinanzierung der von der Bavariabach nach dem Kauf zu übernehmenden Renovationskosten gewährte der Solidaritätsfonds ein Darlehen von 80'000 Franken.

 

Hilfe für Krisengebiete

Seit einigen Jahren beschränkt sich die Tätigkeit der Stiftung Solidaritätsfonds von Wohnbaugenossenschaften Schweiz nicht mehr ausschliesslich auf die Darlehensgewährung für die direkte Finanzierung eines Bauprojekts in der Schweiz. Die Stiftung kann - unter Einhaltung von klaren Vorgaben - auch Projekte unterstützen, die den sozialen und genossenschaftlichen Wohnungsbau indirekt fördern oder unterstützen. In sehr bescheidenem Rahmen ist auch die Unterstützung von Projekten im Ausland möglich. Für die indirekten Förderungsmassnahmen kann maximal die Hälfte des jährlichen Nettozinsertrags der Stiftung eingesetzt werden; die freiwilligen Beiträge werden davon nicht tangiert.   Der Stiftungsrat der Stiftung Solidaritätsfonds zeigte sich sehr betroffen über die verheerenden Auswirkungen der Erdbeben in Japan und über das Ausmass der Hungersnot als Folge der Dürrekatastrophe in Ostafrika. Er hat deshalb Beiträge von 10'000 Franken beziehungsweise 5'000 Franken an geeignete Institutionen zum Auf- und Wiederaufbau von Liegenschaften in den betroffenen Ländern gespendet.

 

Die Kinder sind ausgeflogen und das Alter ist noch weit weg...

Die neu gegründete „gnw Genossenschaft Neues Wohnen 2. Lebenshälfte“ mit Sitz in Wallisellen bezweckt die Bereitstellung von Wohnraum für Menschen in der zweiten Lebenshälfte. Die Spielplatzangebote von Familiensiedlungen können die Wohnansprüche der Zielgruppe dieser Genossenschaft nicht mehr, und die diversen Wohnangebote für SeniorInnen können deren Ansprüche noch nicht in optimaler Art und Weise erfüllen. Bei der Prüfung von verschiedenen Objekten in der ganzen Schweiz auf ihre Eignung für den Stiftungszweck ist die Genossenschaft in Bubendorf im Kanton Baselland fündig geworden. Der Solidaritätsfonds unterstützt die Finanzierung für den Kauf des betreffenden Wohnblocks mit sieben Wohneinheiten mit einem Darlehen von 210'000 Franken.
 

Eine umfassende Sanierung in Basel

Die Genossenschaft Holeestrasse in Basel konnte notwendige Sanierungsarbeiten während einigen Jahren wegen internen Schwierigkeiten nicht in dem Masse vorantreiben, wie das aufgrund des baulichen Zustandes ihrer Liegenschaften eigentlich notwendig gewesen wäre. Nun ist wieder Ruhe im Vorstand und in der Mieterschaft eingekehrt und der Stiftungsrat unserer Stiftung unterstützte die Innen- und Aussenrenovation der 104 Wohnungen mit einem Darlehen von 900'000 Franken.
 

Ohne Sonne geht gar nichts

Mit einem Bestand von 5 Wohnungen ist die Genossenschaft Rocher 12 in La Chaux-de-Fonds zwar klein, dafür umso innovativer: Die Sanierung des Daches nahm sie zum Anlass, eine neue Maisonettewohnung zu bauen und das Dach mit 14 Sonnenkollektoren auszustatten. Die GenossenschafterInnen legten bei den verschiedenen Arbeiten selbst Hand an. Sie halfen mit, die Bedachung abzubauen, den Dachstuhl aufzubereiten, Deckplatten zu befestigen, Isolation anzubringen und Farbe aufzutragen. Insgesamt sparte die Genossenschaft dadurch 70'000 Franken ein. Deshalb und dank einem Darlehen des Solidaritätsfonds in der Höhe von 54'000 Franken übersteigt der Mietzins der neuen Dachmaisonettewohnung nur knapp 1'300 Franken.
 

Wohnraum und verschiedene Dienstleistungen für ältere Menschen in der Westschweiz

Die in Genf domizilierte Stiftung FLPAI – Fondation des Logements pour Personnes Agées ou Isolées – renoviert eine ihrer Liegenschaften mit 80 Studios ohne eigene Badezimmer und erstellt darin neu 32 Wohnungen für ältere, weniger gut situierte Personen. Die Stiftung bietet ihren MieterInnen zudem verschiedenste Dienstleistungen im Haushalt und in administrativen und medizinischen Belangen an und ermöglicht ihnen damit, möglichst lange in der eigenen Wohnung zu leben. Vor allem dank ihrem bekanntermassen sehr sozialen Charakter ist es dieser Stiftung gelungen, zur Finanzierung der Renovationskosten Spenden in der Höhe von über 1 Million Franken zu sammeln und damit weiterhin niedrige Mietzinse zu gewährleisten. Dem Stiftungsrat hat dieses Konzept sehr gut gefallen und er hat deshalb für jede der neuen Wohnungen einen Betrag von 20'000 Franken bewilligt und die Dauer des derzeit mit 2,75% zu verzinsenden Darlehens auf 15 Jahre festgesetzt. Für Nicht-Mitglieder kann üblicherweise nur die Hälfte des genannten Betrages gewährt werden.
 

Kampf dem Milieu

Dank einem namhaften Beitrag aus dem Budget „Langstrasse plus“ der Stadt Zürich konnte die Genossenschaft Dreieck ein altes Haus in Zürich mit insgesamt vier Wohnungen erwerben. Ohne diesen Beitrag hätten vermutlich die Hells Angels den Zuschlag für diese Liegenschaft erhalten, die bis anhin bereits das starke Lärmemissionen verursachende Restaurant im Parterre dieser Liegenschaft führten. Damit konnte die drohende Ausbreitung des Langstrassen-Milieus in ein Wohnquartier hinein verhindert und durch die Umgestaltung der Räume im Parterre in ein Ladenlokal auch eine wesentliche Beruhigung des Quartiers erreicht werden. Zur Mitfinanzierung der namhaften Sanierungsarbeiten gewährte die Stiftung Solidaritätsfonds dieser engagierten Genossenschaft ein Darlehen von 150'000 Franken. Damit wurde der sonst übliche Betrag von maximal 20'000 Franken pro Wohnung markant überschritten und gleichzeitig reduzierte der Stiftungsrat auch den Zinssatz auf 1 Prozent.
 

Hilfe für Studierende

Der Stiftungsrat hat der Régie der Studierenden der Universität Freiburg, einer Genossenschaft, die – auch mit grosszügiger staatlicher Hilfe – preisgünstigen Wohnraum für Studierende schafft, ein Darlehen in der Höhe von 640'000 Franken bewilligt. Damit werden der Kauf und die Renovation einer Liegenschaft unterstützt, die weitere 87 Wohneinheiten mit einem durchschnittlichen Mietzins von maximal 400 Franken schafft: ein wichtiger und motivierender Teilerfolg auf dem Weg zu 100 bis 200 neuen Wohneinheiten in fünf Jahren.
 

Der Spekulation entzogen

Als sich die meist langjährigen MieterInnen einer kleinen Liegenschaft in Winterthur an die Genossenschaft für selbstverwaltetes Wohnen GESEWO wandten, reagierte diese sofort, kaufte das Haus und entzog es damit der drohenden Spekulation. Für die Mitfinanzierung der Kosten für die vordringlichsten Renovationsarbeiten gewährte der Stiftungsrat ein Darlehen von 80'000 Franken. Die neuen GenossenschafterInnen beteiligten sich an den anfallenden Kosten – wie in der GESEWO üblich – mit der Übernahme von Anteilscheinen in Höhe von 10% der Anlagekosten.